Bereit fürs Fahren mit Strom?

In der Strom-Zeitschrift des Elektrizitätswerkes EBM gibt es einen Artikel zum Thema Elektroautos.

Die Frage welche mir immer wieder durch den Kopf geht ist, wieso ist seit 1915 kein rasanter Fortschritt in der elektrischen Fortbewegung geschehen?

Wie komm ich auf das Jahr 1915? Damals wurde von Charles Kettering der elektrische Anlasser erfunden, resp. ins erste Auto eingebaut und dies machte den damaligen Elektroautos den gar aus. Dazu kommt sicher auch, dass damals Bezin extrem kostengünstig war. Zudem wurde der Benzinmotor nicht mit Schmutz und Lärm sondern mit Prestige, Kraft und Potenz in Verbindung gebracht.

Doch zurück in die Gegenwart: Das Problem der Elektroautos besteht bekanntlich im zu kurzen Verlängerungskabel ;)
Vorteil der Elektroautos ist aber klar der einfachere Motor gegenüber einem Verbrennungsmotor. Doch trotz Vorteilen gegenüber den Verbrennungsmotoren wird in den nächsten Jahrzehnten das Strassenbild nicht von Elektroautos dominiert sein. Denn die jetzigen Konzept-Elektroautos, resp. solche in Produktion sind immer noch im Experimentierstadium bezüglich der Speicherung und dem Wirkungsgrad.

Und den Verbrennungsmotor verbieten, dass mehr Elektroautos unterwegs sind wär zu vorschnell. Denn woher soll dann die grosse Menge zusätzlicher elektrischer Energie kommen, wenn gleichzeitig auch weniger Kernkraftwerke gewünscht werden? Da steht also schon das nächste Problem an! Flusskraftwerke, Speicherkraftwerke, Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen mögen gut sein, doch ein Heimatschutz-Freak, Umweltfanatiker oder Lärmempfindlicher wird sich immer wehren!
Oder: Wenn kein Benzin und Diesel für Kraftstofffahrzeuge mehr gekauft wird, wer bezahlt aus den fehlenden Steuereinnahmen den öffentlichen Verkehr oder den Strassenunterhalt welcher mit Geld daraus subventioniert wird?

Bilder und Inspiration aus der Strom-Zeitschrift (PDF, 3.9MB)

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8 Kommentare bei “Bereit fürs Fahren mit Strom?
  1. Du musst den Link noch korrigieren.

    Interessant, hab‘ mir die Stromzeitung gleich mal gespeichert. Richtig, das ist auch das, was mich nervt. Da wollen alle E-Autos, aber nutzen die Katastrophe in Japan wieder als Basis für Anti-AKW-Reden. Deppen, die.

  2. @ paddy: danke für den hinweis. ich hätte da noch ein interview aus einem papiermagazin welches interessant und zum denken anregt… zu elektroautos, grüne illusiionen und wee aus der energiekrise.
    kommt zeit kommt bloggelegenheit ;)

  3. Die (energiepolitische) Sackgasse wird langsam aber um so deutlicher sichtbar – vielleicht war ja das mit „Endzeit 2012“ gemeint.

  4. @Paddy Ich muss mich nicht Depp nennen lassen, wenn ich für Elektromobilität und gegen Atomkraft bin! Klar?

    Denn es gibt sehr wohl Strom, der nicht aus AKW stammt. AKW sind halt die Milchkuh der Energielobby, und darum wird einem gerne erzählt, dass die Versorgungssicherheit nur mit AKW gewährleistet sei. Stimmt so nicht.
    Beispiel: Solarzellen auf einem Bruchteil aller Dachflächen würden alle AKW ersetzen UND Energie für Elektrofahrzeuge bereitstellen. Sicher nicht von heute auf morgen, aber mit etwa 13 Mia Franken, die ein Mühleberg II kosten würde (inkl. Rückstellung für Rückbau) könnte ein dezentrales Solarkraftwerk errichtet werden. Im Zuge der ohnehin vorgesehenen Erneuerung der AKW in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wäre der Ausstieg also möglich. Details siehe

  5. @aendu
    Ja du, sorry, bin etwas in Schuss gewesen, weil mich die vielen Argumente nerven, die nur vordergründig sinnvoll scheinen.

    Die Solarbranche hat, genauso wie die Atombranche, ihre Lobby, die die Argumente verschweigt, die gegen die eigene Technik sprechen.

    Ich stelle nicht in Frage, dass es Alternativen gibt. Aber nicht zum günstigen Preis von AKWs. Und die Leute belachen die Autoindustrie heute schon, wenn sie für einen Elektro-Smart deutlich über 40’000.– zahlen müssten. Der Kaufpreis hat zwar nichts mit dem Strompreis zu tun, aber das Beispiel zeigt, dass alle ‚grün‘ wollen, aber nur wenige bereit sind, dafür mehr zu zahlen.

    Warum wählen nicht alle freiwillig die alternativen Stromquellen und zahlen dafür mehr? Viele EW bieten die Wahl mittlerweile ja an. Nutzen tut sie ein Mini-Teil der Bevölkerung.

    Auch Solarpanel auf den Hausdächern bringen die volle Leistung nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Also müssen sie einerseits beweglich und ausrichtbar sein und anderseits da stehen, wo die Sonne volle Pulle drauf scheint. Sonst werden sie keine Chance haben, den wachsenden Energiekonsum zu stillen. Und woher kommt der Strom dann nachts? Panel alleine reichen nicht, es muss auch ein Speicher (Batterien) eingebaut werden. Wie gross muss die sein, um einen Haushalt über 12, 24, 36 Stunden füttern zu können, wenn’s mal ein paar Tage regnet?

    Keine Frage, es geht alles. Aber es kostet definitiv deutlich mehr als die AKWs, die ich übrigens nicht liebe. Auch mir ist nicht immer wohl deswegen. Aber bin ich wirklich bereit, auf viel Komfort zu verzichten oder deutlich mehr zu zahlen?

  6. Es ist auch ein ziemlich grosse Illusion zu meinen, es brauche nur genügend Geld, dann sei alles möglich. Ich denke schon, dass wir an einem Wendepunkt angekommen sind – Energie lässt sich nicht mehr ins Masslose produzieren – auch das Oel geht zu Ende. Wir haben wahrscheinlich gar keine Wahl (mehr) – wir werden „automatisch“ gezwungen werden, auf viel Komfort verzichten zu müssen.

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