Fahr-Training und Workshop zum Thema “Diabetes & Autofahren”

Am 16. April habe ich das Angebot Fahr-Training und Workshop zum Thema “Diabetes & Autofahren” der Firma Bayer Diabetes genutzt und bin nach Safenwil ins Driving Center gefahren. Der Workshop wurde in meherere Blöcke unterteilt:

  • Als erstes gab es eine Vorstellungsrunde mit persönlicher Zielbekanntgabe für den Tag.
  • Für die fahrtechnischen Übungen werden zwei Gruppen gebildet. So gibt es eine Gruppe im Kurslokal, während die andere Gruppe auf dem Fahrgelände am Reifen schinden ist ;)
  • Zuerst durfte ich einem kurzen Vortrag über die Messgerättechnologie, Messgenauigkeit und Qualitätskontrolle lauschen (Bei den Messgeräten wurde natürlich hauptsächlich auf die Firmeneigenen eingegangen).
  • Die nächsten 50 Minuten verbrachte ich im Auto und quälte das Bremspedal.
    • Als erstes starteten wir mit Vollbremsungen auf nassem Untergrund mit selbst ausgelöstem Hindernis (rote Signallampen, welche im Boden eingelassen waren). Zehn Kilometer pro Stunde langsamer oder schneller beeinflussen den Bremsweg schon beachtlich. Ebenso war der Unterschied Sommerreifen und Winterreifen schon zu sehen.
    • Danach durften wir auf einer nassen Metallplatte voll in die Bremsen stehen. Dieser Untergrund simulierte Eis, resp. Schnee. Die bereits auf Sommerreifen umgerüsteten Fahrzeuge rutschten mehrmals über die Platte hinaus und hinten wieder auf festen Untergrund.

      Ein Fahrzeug in meiner Gruppe war ohne Anti-Blockier-System (ABS) unterwegs und hatte immer einen mindestens doppelt so langen Bremsweg auf nassem Untergrund – auf Eis/Schnee gar nicht zu reden, wie mein doppelt so schwerer Volvo.

  • Vor dem Mittagessen hielt Dr. med. H.U. Iselin, Konsiliarart für Diabetologie in Rheinfelden einen Vortrag über “medizinische und rechtliche Voraussetzungen” für das Autofahren unter anderem als Diabetiker. Stichwort: Via sicura!
    Das wichtigste für Diabetiker: Anscheinend soll darin geregelt sein, dass Diabetiker nur mit einem Blutzuckerwert zwischen 5mmol/l (90mg/dl) und 20mmol/l (360mg/dl) Autofahren dürfen (=Gesetz)! Eine mit Versuchen herausgefundene Fahrfähigkeit liegt bei 3.5mmol/l (63mg/dl).
  • Das Mittagessen in der lokalen Kantine bestand aus “normalen” Speisen (nicht Diabetikeressen) inkl. Erdbeertorte als Dessert :-)
  • Gleich nach der Mittagspause durfte ich wieder Bremsen was das Zeug hält:
    • Zuerst wieder auf nassem Untergrund mit Ausweichen ca. drei bis fünf Meter nach einer Seite. Hindernis wie oben beschrieben. Ohne ABS bestand da keine Chance und je Höher das Tempo desto schräger Stand das Fahrzeug zum Schluss still.
    • Das Ausweichen auf der nassen Metallplatte und Parallel zur Platte auf festem Untergrund stehen bleiben funktionierte bei mir bis zu einer Geschwindigkeit von 45km/h. Darüber gabs gleich mal ein 180°-Dreher.
    • Zum Abschluss durften wir auf nassem rutschigem Untergrund (Basaltstein) einen Halbkreis (ca. 30 Meter im Durchmesser) fahren, resp. rutschen. Zuerst nur mit Lenkrad und Fussbremse und bei weiteren Versuchen mit Lenkrad und Handbremse (und Fussbremse).
  • Der schwächste Teil vom Tag bildete der Block: “Hypowahrnehmung: Tipps und Übungen, Erfahrungsaustausch”. Kam mir irgendwie sehr unvorbereitet vor.
  • Zum Abschluss durften wir noch einen Driving Test ausfüllen. Ja, ich wär kläglich an der theoretischen Fahrprüfung gescheitert…

Ein gelungener Tag. Mir persönlich hat er doch mal aufgezeigt wie vorteilhaft es ist ein Auto mit ABS zu fahren. Einige Risiken beim Bremsen, resp. bereits beim Fahren sind mir nun bewusster. Sogar die Sitzposition konnte ich anpassen und das Halten des Lenkrades korrigieren – bei zweiterem hat mir der Fahrlehrer während der Fahrschule einen schönen Scheiss beigebracht.

Eigentlich bin ich am überlegen ob ich nicht mal einige freiwillige Kurs im Driving Center belegen möchte. Schaden kanns nur den Reifen ;)

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Ein Kommentar bei “Fahr-Training und Workshop zum Thema “Diabetes & Autofahren”
  1. Hallo Andreas,
    endlich habe ich Dich auf dem Netz gefunden!!! Du hast dich richtig ins Zeug gelegt mit dem verfassen des interessanten Artikels. Das Fahrtraining war auch für mich (Oldtimer) eine lehrreiche Erfahrung. Bin mit Bayer in Kontakt bezüglich der Kühl- oder Wärme Box. Simon hat eine Kühlbox Tara S zum Testen bestellt, hast Du auch interesse?
    Gruss Christian

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