Teil 2: “Ich renne ständig rum und lösche Lichter”

Mit diesem Titel fängt das Interview mit ETH-Professor Lino Guzzella über Elektromobile, grüne Illisionen und mögliche Wege aus der Energiekrise im Magazin, Nr. 3/2011 an. Ein sehr interessantes Interview vor allem jetzt wo die Frage wie die Energieerzeugung in Zukunft aussehen soll wieder vermehrt diskutiert wird dank dem Zwischenfall in Fukushima. Im Teil 1 habe ich über die Elektroautos und seine Ansicht dazu berichtet. Nun möchte ich das Thema „Heilversprechen Elektrizität“ anfassen.

Kohlenkraftwerk | via Flickr / davipt

Global gesehen ist Kohle der grösste Energielieferant und weniger wird es nicht werden. Denn der chinesische Energiehunger ist noch nicht gestillt. Obwohl die westliche Welt viel Geld in erneuerbare Energiegewinnung investiert werden die Gewinne vom wachsenden Konsum gleich wieder aufgefressen, so Lino Guzzella. Wobei gemäss den neusten IEA-Zahlen (International Energie Behörde) der Energiebedarf sich wie in nachfolgender, bei der Erdölvereinigung gefunden Grafik, verteilen könnte:

Die IEA zeichnet in ihrem World Energy Outlook 2010 drei Szenarien: „Aktuelle Politik“ (AP), „Neue Politik“ (NP) und das sogenannte 450 ppm CO2-Szenario (450). AP ist das eigentliche, defensive Referenzszenario. Es berechnet den künftigen Energiebedarf auf der Basis der politischen Rahmenbedingungen 2010. NP prognostiziert den Verbrauch unter der Bedingung, dass alle mittelfristig angekündigten Massnahmen zum Klimaschutz sowie zur Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt werden. Dieses Szenario ist realistisch, aus den oben genannten Gründen aber zugleich optimistisch. Über das Ziel hinaus schiesst die IEA mit ihrem 450er Szenario. Dieses Szenario lehnt sich an der unter anderem am Klimagipfel 2009 in Kopenhagen diskutierten Idee an, den Temperaturanstieg auf 2° Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu beschränken. Die IEA geht davon aus, dass dazu der CO2-Gehalt der Atmosphäre bei 450 ppm CO2- Äquivalent stabilisiert werden muss. Ppm steht für parts per million und entspricht einem Millionstel. Zum Vergleich entspricht ein Hundertel oder ein Prozent 10‘000 ppm.
Quelle

Die Kernenergie wird da nicht abnehmen sondern im Gegenteil, sie wird zunehmen. Ich höre den Aufschrei! Wobei ich mir mehr sorgen machen würde, wenn die Kohlekraft zunehmen wird. Denn ein Kohlekraftwerk erzeugt während der Produktion mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) als ein Atomkraftwerk (= Null). Erdgas hingegen würde die Hälfte an CO2 produzieren wie Kohle. Soviel zu den Fakten.

Mal ehrlich, wenn du die Wahl treffen müsstest zwischen Elektroautos aus Strom von einer grossen Windkraftanlage oder Photovoltaikanlage zu betreiben oder dem Abschalten eines Kohlekraftwerks. Wie würdest du Entscheiden?

Das Problem ist, so Lino Guzzella, dass wir zuviel auf Einmal wollen. Elektrisch fahren, elektrisch heizen, Kohlekraftwerke abstellen (im Falle Deutschland) und Kernkraftwerke abschalten (mein  Punkt, denn das Interview stammt vom Januar 11). Er geht sogar so weit, dass wir in der Schweiz nochmals eine Generation Kernkraftwerke bauen sollen. Einerseits ist es eine sehr saubere Energieform und beschafft uns über einige Jahrzehnte eine Versorgungssicherheit. Wie jede andere Energieerzeugung hat auch die Atomkraft ihre Probleme.

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