Flexblue: Aus den Augen aus dem Sinn?

Die Idee ist ja grundsätzlich nicht schlecht. Wenn ein U-Boot mit Atomkraft angetrieben werden kann, wieso nicht auch Atomkraftwerke im Wasser bauen.
Der französische Schiffsbaukonzern DCNS hat zwei Jahre lang im stillen am Projekt Flexblue gearbeitet. Sehr wahrscheinlich sind die Franzosen jetzt zu spät mit ihren Plänen, denn die Menschen in den Industrienationen wollen ja nicht unbedingt neue Atomkraftwerke bauen lassen – ausser vielleicht die Franzosen, dem Staat Frankreich gehört nämlich der Konzern zu grossen Teilen.

Oder läuft das ganze auf das Prinzip „Aus den Augen aus dem Sinn“ raus und wird in vielen Meeranstösser-Nationen so etwas eingekauft?

Leistungsmässig ist das Unterwasseratomkraftwerk trotzdem nicht zu unterschätzen. Der 100 Meter lange Kessel mit einem Durchmesser mit bis zu 15 Meter kann je nach Bauart bis zu 300MW (im Vergleich das AKW Mühleberg bringt ca. 370MW) elektrische Leistung erzeugen. In den nächsten 20 Jahren sollen gemäss DCNS bis zu 200 Stück der 12’000 Tonnen schweren Unterwasseratomkraftwerken gebaut werden.

Teile diesen Beitrag
2 Kommentare bei “Flexblue: Aus den Augen aus dem Sinn?
  1. Die Idee hat gute Ansätze, scheitert aber meines Erachtens wie jedes andere KKW. Solange die Maschinerie gut läuft, ist die Kühlung besser sichergestellt als bei einem Kraftwerk an Land. Sollte es aber einmal eine Havarie geben, sei es wegen innern oder äusseren Einflüssen, ist es ungleich schwieriger, etwas zu unternehmen. Dann sitzt man so richtig im Scheiss.
    Dann sehe ich ein anderes Problem: die Anlage dürfte verhältnismässig günstig schlüsselfertig verkauft werden. So kämen auch Schwellenländer in „Genuss“ von Kernenergie. Nur: wie ist die Lage in z.B. 20 Jahren, wenn das Kraftwerk ans Lebensende stösst? Wir haben seit anfang Jahr egsehen, wie schnell vermeintlich stabile Staaten umgekrempelt werden. Oder man sehe sich mal die GEschichjt evon Nauru an. Ist besagtes Land so stabil, dass es in 20 Jahren verantwortlich mit der Anlage umgehen kann? Das betrifft nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Entsorgung der Abfälle (was global nicht gelöst ist).
    Offshore Energie zu erzeugen ist eine gute Idee. Es hat Fläche im Überfluss, Wind, Wellengang, Gezeiten, Sonnenschein. Mit wenig Phantasie sollten da bessere Ideen sprudeln.

  2. Danke für deinen Kommentar.
    Zudem ist auch nicht klar was passiert, wenn sich das Meer um einige Stellen nach dem Komma aufwärmt – vor allem wenn mehrere dieser Atomkraftwerke zusammenstehen…

Schreib etwas

Your email address will not be published. Required fields are marked with a grey bar.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>