Das Ende von CGMS?

Am Montag erreichte mich ein Schreiben meiner Krankenkasse. Zuerst dachte ich mir, dass endlich die Gutsprache zur Kostenübernahme der kontinuierlichen Blutzuckermessung da ist. Leider nein, es war genau das Gegeteil:

Sehr geehrter Herr Dr. [Diabetesarzt]

Ihren Bericht haben wir erhalten und unsere Leistungspflicht geprüft.

Aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung BASIS übernehmen wir die Kosten für das Glucosemonitoring sofern die Limitation laut Mittel- und Gegenstndeliste (MiGeL) erfüllt ist. Die Limitation ist bei Herrn Kläui leider nicht mehr erfüllt. An den weiteren Kosten für die Miete des Glucosemonitoring Systems können wir uns deshalb nicht mehr beteiligen.

Da die Limite knapp nicht erfüllt ist, ist eine Weiterführung der Messungen medizinisch sicher sinnvoll. Aus diesem Grund würden wir uns bei einem Kauf des Gerätes laut Position 21 .05.01 .00.1 mit Fr. 333.15 (963 Franken abzüglich der bisher bezahlten Mietkosten von Fr. 629.85) aus der Grundversicherung abzüglich Kostenbeteiligung (Franchise und 10 % Selbstbehalt) beteiligen.

Bei Fragen sind wir gerne für Sie da.

Natürlich steht in dem Schreiben nicht aufgrund welcher Limitation mir diese Leistung gekürzt wird. Denn in der Mittel- und Gegenstandsliste (MiGeL) stehen eine vielzahl von Limitationen. Also ist die Aussage etwa so viel  Wert wie wenn mir ein Arzt nach einer Untersuchung sagt, ich sei krank.

Nach telefonischer Rücksprache mit der Krankenkasse habe ich nun noch folgendes erfahren Die Limitation betrifft den HbA1c. Dieser muss gleich oder grösser 8% sein, damit die Krankenkasse die Kosten der Miete übernimmt.

Nun wurde ich etwas stutzig. Laut meinem letzten HbA1c vom 17. Dezember sollte ich diese Anforderung erfüllen. Schnell nachgeschaut und feststellen können, tatsächlich 8,1%. Also im Bereich, wo die Krankenkassen zahlen sollten.
Zu meinem Erstaunen, hat mein Diabetesarzt ein Schreiben an meine Krankenkasse versendet, bei dem im relevanten Teil folgendes steht:

Der Patient hat einen instabilen hohen Blutzuckerstoffwechsel mit Verbesserung des HbA1c-Werten von 8.4 auf 7.7%. Die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie hat sich deutlich verbessert. Dies dank der CGM. Zum Erhalt des erzielten Ergebnisses bitte ich Sie um eine erneute Kostengutsprache.

Ehm ja. Ich glaub ich muss wieder anfangen –wie in den Jahren 2009 und 2010 – meinen behandelten Ärtzen zu sagen, was Sie genau schreiben müssen. Jetzt muss er eine Richtigstellung bei der Krankenkasse durchbringen. Denn bei einem Wert von 7.7% bekomme ich die kontinuierliche Blutzuckermessung nicht bezahlt. Bei 8.1% schon.

Diese Kostengutsprache-Kontrolle findet sechs Monate nach der allerersten Gutsprache statt. Danach üblicherweise nicht mehr. Vorerst heisst es jetzt abwarten was nach der revidierten Eingabe für die Kostengutsprache geschieht.

Es ist zwar etwas schizophren, dass bei einer Verbesserung die Kosten für das Gerät, welches die Verbesserung „verursacht“ hat, gestrichen werden. Aber leider ist unser Gesundheitssystem dermassen Krank…

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5 Kommentare bei “Das Ende von CGMS?
  1. Pingback: klaeuiblog

  2. Unser Gesundheitssystem krankt wirklich! Gerade hat eine Krankenkasse einer schwangeren Typ-1-Diabetikerin eine Insulinpumpe nicht genehmigt. Sie hatte diese drei Monate zur Probe, danach hieß es trotz (wenn auch geringer) Verbesserung des HbA1c-Wertes und der vorliegenden (vorher noch nicht geplanten/bekannten) Schwangerschaft wieder abgeben. Hä? Ich versteh das alles nicht… Warum bekommt sie die dann überhaupt zur Probe? Sie hat da jetzt nen Medizinrechtler eingeschaltet. Frechheit sowas!

  3. @ Steff: Das Problem liegt eben auch bei den Vorschriften/Normen. So muss die Krankenkasse das CGMS 8in de Schweiz) bei einem HbA1C-Wert höher 8% bezahlen. Darunter nicht.
    Leider sind die Krankenkassen einfach nur gewinnorientiert und schauen nicht was gut wäre oder nicht – in deinem Fall das Weitertragen der Pumpe – sondern schauen auf einer Liste und stellen fest, dafür müssen Sie kein Geld aufwenden und somit wird abgelehnt. Egal was für Gründe dafür/dagegen sprechen.

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