HbA1c

Eine gute Blutzuckereinstellung um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden ist das A und O bei Diabetes, egal ob Typ 1 oder Typ 2. Zu hohe Blutzuckerwerte führen im schlechtesten Fall zu diversen Spätfolgen, ein zu niedriger Blutzucker stellt eine akute Gefahr für das Leben dar. Messungen, die sporadisch vom Arzt oder auch regelmässig vom Patienten selbst durchgeführt werden, zeigen nur Momentaufnahmen des Blutzuckers. Je nachdem wie häufig gemessen wird, kann es durchaus passieren, dass sehr hohe Werte (z. B. nachts) nicht erfasst werden. Je häufiger jedoch der Blutzucker zu hoch ist, desto grösser und wahrscheinlicher wird die Gefahr von Folgeerkrankungen.

Um dies zu vermeiden und zu erfassen, wird bei Patienten mit Diabetes zusätzlich regelmässig, ca. alle 3 Monate, der HbA1c-Wert im Blut gemessen. Beim HbA1c handelt es sich um einen mittleren Blutzuckerwert, der auch als Blutzuckergedächtnis bezeichnet wird. Zucker wird in jeder Zelle als Energielieferant gebraucht. So gelangt dieser auch in die Erythrozyten, den roten Blutkörperchen. Das darin vorhandene Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) geht mit dem zellgängigen Zucker eine Verbindung ein, welche als HbA1c (glykosyliertes Hämoglobin) bezeichnet wird. Dieser Wert kann im Labor gemessen und gegen gesunde Menschen verglichen werden. Er wird in % HbA1c vom Gesamthämoglobin angegeben. Jedes Labor hat seinen eigenen Standard, was ein Vergleich der Werte verschiedener Labore meist nicht möglich macht (Ausnahme: NGSP validierte Werte sind untereinander vergleichbar).

Das HbA1c steigt mit höheren Blutzuckerwerten und gibt so dem Arzt einen Anhaltspunkt, wie gut der Blutzuckerspiegel auf Dauer eingestellt ist. Das Ziel der Messungen besteht darin, den Blutzucker möglichst in Richtung eines gesunden Menschen zu senken. Da Erythrozyten aufgrund ihrer kurzen Lebensspanne von 120 Tagen ständig neu gebildet werden, erhält man mit dem HbA1c-Wert einen Mittelwert über einen Zeitraum von 1 – 2 Monaten. Änderungen an diesem Wert werden demzufolge auch erst später sichtbar und sind nicht, im Gegensatz zu einem Tagesprofil, kurzfristig beeinflussbar. Schwankungen können jedoch bei bestimmten Krankheiten oder bei der Einnahme von Medikamenten entstehen.

Um den Wert auf einen für den Patienten optimalen Bereich zu bringen, stehen bei Menschen mit Diabetes vor allem Änderungen an Ernährungsgewohnheiten und mehr Bewegung auf dem Programm. Häufig kann so auf zusätzliche Medikamenteneinnahme verzichtet werden. Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 kann man einen verbesserten HbA1c Wert durch noch häufigere Messungen und gegebenenfalls Insulinabgaben erreichen, um nicht erfasste Schwankungen einzudämmen. Vor allem nächtlichen Bluthochzucker sollte konsequent entgegengewirkt werden, da der HbA1c-Wert vermehrt bei langen Perioden mit hohem Blutzucker in die Höhe steigt.

Originalbeitrag via d-journal 220

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