Selbstmonitorig der Blutglukose

Die Schweizerische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED) hat neue Richtlinien für das Selbstmonitoring der Blutglukose (SMBG) herausgegeben. Ziel dieser Richtlinie ist es Menschen mit Diabetes zur verantwortungsvollen Selbstkontrolle des Blutzuckers in bestimmten Abständen mit bestimmten Wiederholungen zu bringen damit am Schluss der Diabetologe auch eine mögliche Therapieanpassung daraus herauslesen kann.

Für Menschen mit dem Diabetes Typ 1 wird empfohlen die Intensivierte Insulintherapie (ICT) oder die Insulinpumpentherapie anzuwenden und mit je einer Blutzuckerkontrolle vor und einer nach jeder Hauptmahlzeit und einer weiteren vor der Bettruhe täglich anzuwenden. Ich merke an, dass ich selber äusserst selten auf über fünf Blutzuckerkontrollen pro Tag komme – hängt aber damit zusammen das

Das Fazit des fünfseitigen Dokuments zur SMBG enthält folgende Punkte:

  • SMBG soll helfen, die Diabetestherapie zu steuern und die Eigenverantwortung zu fördern. Voraussetzungen sind eine ausreichende Schulung und die geeignete Dokumentation der Resultate.
  • Besonderes Gewicht ist auf eine strukturierte Durchführung, auf die regelmässige Interpretation der Werte durch Patient und Arzt sowie auf Therapieanpassungen bei erhöhten oder erniedrigten Werten zu legen. Die Resultate des SMBG sollen Fragen beantworten.
  • Die Häufigkeit des sinnvollen SMBG richtet sich nach Diabetestyp, Therapieform und individuellen Gegebenheiten.
  • SMBG kann helfen, das HbA1c zu senken. Dies gilt sowohl für Typ-1-Diabetes als auch für Typ-2-Diabetes unter alleiniger Diät, unter oralen Antidiabetika oder mit Insulintherapie.
  • Aufgrund der Reduktion des HbA1c, der Verlängerung der Lebenserwartung und der qualitätsadjustierten Lebenserwartung sowie der reduzierten Inzidenz von Diabeteskomplikationen liegen die direkten medizinischen Kosten über einen Zeitraum von 30 Jahren selbst für Patienten mit Behandlung durch orale Antidiabetika unter 3000 Fr. Die Kosten für ein gewonnenes QALY liegen unter 20000 Fr.
  • In der Schweiz ist bei nicht insulinabhängigem Diabetes die Anzahl der Teststreifen, die durch die Krankenkassen vergütet werden, auf maximal 400 pro Jahr limitiert.

Im Bild oben lässt sich der Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf Intensität und Frequenz der SMBG-Anwendung anhand beispielhafter SMBG-Schemata herauslesen. So ist das gelb eingefärbte Tagebuch für bei alleiniger Ernährungs- und Lebensstiländerung, das blaue ist ein 4- oder idealerweise 7-Punkte-Profil während dreier Tage vor der Arztkontrolle, das rot eingefärbte Tagebuch für jemanden mit der konventionellen Insulintherapie und das grüne für jemanden mit der intensivierten Insulintherapie.

Das Bild und die gesamte Dokumentation lassen sich bei der SGED als PDF (ca. 215kB) anschauen und vertiefter Studieren.

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