Camp D 2014 – Eindrücke

Von Donnerstag bis heute Sonntag hat in Bad Segeberg, in der Nähe von Hamburg, das vierte Camp D stattgefunden. Ich wurde am Freitagmittag auf das Pressegespräch eingeladen und durfte die Tage bleiben und mit erleben wie die jungen Menschen mit Diabetes das Camp D lebten.

Von Basel nach Hamburg. Oder auch vom Regen in die Sonne. Genau richtig um ein tolles Wochenende zu starten. Ein guter Wechsel für mich:

Das meiner Meinung nach etwas lange dauernde Pressegespräch wurde durch Prof. Dr. Michael Höckler von Novo Nordisk Pharma GmbH eröffnet. Anschliessend sprach auch die Geschäftsführerin von Novo, Frau Kriska Vermeylen. Aus den beiden Reden ging hervor, dass im Camp D explizit die Jugendlichen mit Diabetes im Vordergrund stehen und dass nach jedem Camp D 4/5 der Teilnehmenden mit einem stärkeren Selbstbewusstsein nach Hause gehen. So sollen die rund 400 Jugendlichen in den vier Tagen in verschiedenen Workshops und Sportaktivitäten die Möglichkeit aufgezeigt bekommen wie sie ihre Zukunft mit Diabetes gestalten können.

Spannend fand ich die Ansage von Michael Kulling, von Roche Diagnostics Deutschland GmbH, welcher als Betreuer einer Zeltgruppe im Camp D aktiv mitwirkte. Nach dem entgegennehmen seiner Schützlinge am Donnerstag, einigen organisatorischen Dingen, wurde er von den Jugendlichen wie ausgeschlossen aus der Gruppe – weil er keinen Diabetes hat. Die Jugendlichen begannen von selbst über sich und ihren Diabetes zu reden und motivierten sich gegenseitig am Sporttag teilzunehmen. Ohne sein zutun. Das ist doch was schönes!

Drei Politiker, resp. politisch aktive Personen kamen auch zu Wort. Wobei ich deren Worte hier nicht erwähnen möchte. Danach folgten Prof. Dr. Thomas Danne und Dr. Simone von Sengbusch. Unter anderem wurde dabei ein Werbespot von DiabetesDE gezeigt. Viele Worte mit immer einem Ziel. Den Jugendlichen aufzuzeigen wie sie mit Diabetes erwachsen werden können und dass es keine Probleme gibt, sondern alles eine Herausforderung ist und man nach der besten Lösung suchen muss.

Nach dem Pressegespräch wurden wir über den Platz geführt und eingeladen noch etwas zu bleiben. Die Teilnehmer hatten bereits den ganzen Tag über verschiedene Workshops zu Themen wie: „Diagnose Diabetes – zukünftig ohne Alkohol und Drogen?“, „Auf den (Diabetes-)Hund gekommen“, „Travel sweet and safe“, „Mit Diabetes im Strassenverkehr und im Beruf: Die Zukunft gehört mir!“, Diabetes – Probleme mit der Sexualität und Schwangerschaft? Auch in Zukunft alles machbar!“, „Soziales und rechtliche Grundlagen“, „Erwachsenwerden mit Diabetes“, „Sport bei Diabetes – alles geht, wenn man weiss wie!“ und und und. Wir „Blogger“ (Ilka und Finn von mein-diabetes-blog.com, Tine von I can eat everything, Bente von reisen-mit-typ1.de, Matthias von typ1liveblog.de und Sascha von sugartweaks) besuchten den Workshop von Dr Ralph Ziegler „be connected. Vernetze dich für deine Diabetestherapie.“ Doch irgendwie erwarteten wir mehr. Mehr auf Basis vom sozialen Vernetzen. Mehrheitlich ging es darum, wie man seine Therapie als Tagebuch führen kann, mit wem das Besprechen möglich ist und wie das neuste kommende Programm von Roche aussehen wird.

Am Freitagabend stand dann das Besuchen der Karl May-Festspiele im Freilichttheater auf dem Program vom Camp D. „Unter Geiern“ wurde aufgeführt und es war eine tolle Show auch wenn es gegen Ende in kurzen Hosen und dickem Pullover etwas kühl wurde ;)

Da ich am Freitagmorgen bereits seit 04:00 Uhr wach war wurde es dann danach schnell mal Zeit die Matratze aufzusuchen. Nach der wohltuenden Erholung hiess uns die Sonne am Samstagmorgen für den Sporttag willkommen:

Es hatte für alle was darunter. So wurde ein ganztägiges Beachvolleyball- und Fussballturnier angeboten. Daneben gab es mehrere Startzeiten für Bossaball, Breakdance, Fahrradtouren, Kickboxen, Selbstverteidigung, Slacklining, Stand-Up-Paddling, Tischtennis, Tricking, Yoga, Zorbing und Klettern. Für jene die keine Lust auf Sport hatten gabs einen Film-Workshop, Kochen mit Fernsehkoch Ole Plogstedt, eine Rally durch Bad Segeberg und einen Musik-Workshop mit Erin. Zudem wurde spontan noch eine dedoc-Quasselecke organisiert.

Auch für das leibliche Wohl aller CampD-lern wurde vortrefflich gesorgt:

Nach der feinen Sättigung gabs Livemusik von GoGoBerlin und die Fussball-Liveübertragung um Platz 3. Aber am spannendsten war das Reden und viele Lachen unter gleichen bis tief in die Nacht.

So gab es dann nur eine kurze Erholung bevor am Sonntagmorgen die kleine Zeltstadt auf dem Landesturnierplatz von Bad Segeberg zurückgebaut wurde. Das Finale des Camp D musste natürlich noch schnell generalgeprobt werden, damit die Band Erin mit ihrem Chor auch den Camp D – Song inklusive Musikvideo auf der grossen Bühne präsentieren konnten:

Nebst Organisatorischem und Verdankungen gab es den Zieleinlauf vom Weltrekordversuch mit dem längsten Fackellauf bei dem überwiegend Menschen mit Diabetes teilnahmen. Ob es beim Versuch blieb ist mir nicht bewusst. Ich hoffe aber sehr es wird der Weltrekord! Auch wurden zwei tolle Diabetes-Kurzfilme als Resultat des Film-Workshops gezeigt Sobald diese auf Youtube sind will ich die dir nicht vorenthalten :) Zum Abschluss des Camp D gab es noch obiges Gruppenbild bevor es für alle ans Verabschieden und ins Einstiegen in die Busse zum Bahnhof oder Flughafen ging.

Ich habe in kurzer Zeit viel tolles gesehen und erlebt. Das Wetter hat wunderbar mitgespielt. Bis auf die kurzen und leichten Regenschauer in der Nacht auf Sonntag und am Sonntagvormittag blieb das Wetter wunderschön. Es wird jetzt noch etwas dauern bis ich das viele Bildmaterial gesichtet, etwas sortiert und auf Flickr und hier im Blog präsentieren werde.


Update 17.07.2014:
Laut Presseinformation von Novo Nordisk vom 16.07.2014 ist der unterbrechungsfreie, 62 stündige Fackellauf von Menschen mit Typ 1 Diabetes Weltrekord! Glückwunsch!

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