Spritzbeulen oder Lipodystrophie

Meine Haut hat ein neues Hobby. Sie wehrt sich neu vehementer gegen das von aussen verabreichte Insulin. Etwas abwechslung belebt das Diabetes haben ;)
Die rechts unterhalb des Katheters im Bild ersichtliche Wölbung und Rötung wird umgangsprachlich auch Spritzbeule genannt. Das sind geschwulstartige Verdickungen des Unterhautfettgewebes und heissen mit Fachbegriff Lipodystrophie. Diese Diagnose hat mir kein Arzt gestellt. Ist ja keiner da wenn diese Verdickungen erscheinen und zur Zeit schwellen sie innerhalb von ein oder zwei Tagen wieder ab. Also habe ich selber etwas recherchiert und bin dabei auch auf ältere Blogbeiträge geschaut und angefangen nachzudenken und mein Diabetestagebuch zu nutzen.

Dabei habe ich festgestellt, dass vergangene Woche und heute Ähnlichkeiten haben:

Gerötete Wölbung bei der Einstichstelle und erhöhte, nicht runterkorrigierbare Blutzuckerwerte.

Beispiel letzte Woche: Der Katheter war seit Sonntagnacht gelegt und am Donnerstag ab dem Frühstück habe ich meinen Blutzucker nicht mehr auf gute Werte gebracht. Aufgestanden mit 12 mmol/l (ca. 216 mg/dl) und dann kontinuirlich nach oben obwohl ich alle Essen zu genüge mit Insulin abgedeckt habe. Gemessener Höchstwert war um 15:28 Uhr mit 22.5 mmol/l (ca. 405 mg/dl). 90 Minuten später leicht tiefer. Vor dem Abendessen den Katheter und die Einstichstelle um ein paar Zentimenter gewechselt und beim Abendessen dann auf die kohlenhydrathaltigen Lebensmittel verzichtet um den Blutzuckerspiegel schnell wieder in den Griff zu bekommen. Doch erst um 23:42 Uhr konnte ich etwas aufatmen, 13.3 mmol/l (ca. 240 mg/dl) und sieben Stunden später – am Morgen beim Aufstehen – 3.8mmol/l (ca. 68 mg/dl). Hypo lässt grüssen!

Beispiel heute wieder in etwa das selbe Spiel. Der Katheter liegt wieder seit Sonntagnacht und ist somit auch am vierten Tag unter der Haut. Heute wollte bereits nach dem Frühstück der Blutzuckerspiegel nicht mehr richtig sinken. So bin ich mit 16.3 mmol/l (ca. 294 mg/dl) in das Mittagessen. Trotz grosszügiger nachmittäglicher Korrekur bin ich für das Abendessen mit 19.1mmol/l (ca. 344 mg/dl) angekommen. Wiederum Katheter und die Einstichstelle um ein paar Zentimenter gewechselt und erst dann gabs Abendessen. Jetzt siehts ganz danach aus als komme es ins Lot.

Jeder der beiden Katheter lag 15 Zentimeter voneinander entfernt. Einer links, der andere rechts am Bauch. Beide Male Probleme. Jene Katheter von Donnerstagabend bis Sonntagabend haben mir noch nie Probleme beschwert. Der kürzeren Tragdauer sei dank. Folgendes werde ich ab sofort befolgen:

Meine Katheter steche ich in Zukunft wieder mehr in Richtung Hüften um dem Hautgewebe am Bauch etwas Ruhe zu gönnen.

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