Selbstkontrolle ist besser als Fremdkontrolle

Beim diesjährigen Deutschschweizer Diabetikertag in Bern wurden zum ersten mal je drei Referate für Typ 1 und Typ 2 DiabetikerInnen getrennt gehalten und man musste nicht zig Mal den Raum wechseln wie in den Vorjahren. Meines Erachtens zwei Vorteile.

Die Begrüssungsansprache fand durch den Präsidenten der Schweizerischen Diabetes-Stiftung Peter Diem statt. Der kurz auf den Weltdiabetestag einging und dabei drei blau beleuchtete Gebäude zeigte. Wobei die beiden oberen Gebäude durch ein Farbenspiel blau erleuchtet wurden und der Zeitpunkt der Fotografie geschickt gewählt wurde. Nur das Zentrum Paul Klee wurde anlässlich des Geburtstag von Frederik Banting am 14. November blau erleuchtet.

Nach dem Update in Sachen Diabetes durch Christian Stettler wurden die Typ 1er und Typ 2er getrennt.

Diabetes & Sport
Einmal mehr lauschte ich den Ausführungen von Christian Stettler. Seine Art das Thema zu vermitteln gefällt mir äusserst gut. Das Thema ist für mich ja nichts neues. Bereits nach dem letztjährigen Anlass habe ich die wichtigsten seiner Aussagen notiert und Verweise darauf. Zwei weitere Aussagen ergänze ich mal:

  • Sprints einbauen, z.B. während 10 Sekunden volle Kraft geben. Dabei wird der Zucker aus der Leber ausgeschüttet und der Blutzuckerspiegel steigt an. Ebenso hilft auch ein Adrenalinschub um das anheben eines tiefen Blutzuckers. Nicht zu empfehlen sind „Sprintaktionen“ nach mehrstündigen sportlichen Aktivitäten, da bis dahin auch die Zuckerreserve der Leber aufgebraucht ist.
  • Für Sportler ist das intravenöse einnehmen von Inulin (ich habe auch schon darüber geschrieben) eigentlich das Beste. Denn so wirkt es am wenigsten lang.

Neue Therapien für Typ 1
Roger Lehmann holte irgendwo um 19-irgendwas aus und zeigte auf einem Zeitstrahl die wichtigsten Eckpunkte der Diabetestherapie. Beim im Jetzt zeigte er auch eine Statistik über die verbesserten Blutzuckerverläufe von Typ 1-DiabetikerInnen welche einen kontinuierlichen Glukosesensor (CGM) tragen. Denn alleine durchs Beobachten und daraus Lernen sei von der ersten zur zweiten Tragewoche eine Verbesserung ersichtlich.

Auch wurde die Bettazellen- und die Bauchspeicheldrüsen-Transplantation als gängiges Mittel erläutert. Zur Zeit wird es nur bei DiabetikerInnen mit Nierenversagen zusammen mit der Nierentransplantation gemacht. Gut, das käme für mich zur Zeit sowieso nicht in Frage. Ich nehme lieber Insulin als einige Immunsuppressionen und mögliche Komplikationen.

Immer wieder eindrücklich finde ich die Aussage, dass die Inselzellen sich auch bei langjährigen DiabetikerInnen regenerieren. Nur nützt eine Regeneration nichts wenn die Autoimmunkrankheit diese Inselzellen gleich wieder zerstört. Also liebe Erfinder, erfindet eine Funktion um die Autoimmunerkrankung auszuschalten ;)

Zukunftsmusik ist natürlich ein Closed Loop-System. Sprich ein Computer gibt nebst Insulin auch Glucagon ab, misst den Blutzucker eigenständig und reguliert den Blutzuckerhaushalt so automatisch. Auf dem abgebildeten Zeitstrahl war das Closed Loop zwischen 2015 und 2020 eingesetzt gewesen. Da bereits wissenschaftlich daran gearbeitet wird könnte das bald mal Realität werden.

Motivationsgespräche für Typ 1
Bei diesem letzten Referat für Typ 1er ist Bettina Isenschmid auf die Psyche des Diabetikers eingegangen.

Die beiden Folien in diesem Thema lasse ich für sich alleine sprechen. Mir sind vor allem folgende drei Aussagen hängen geblieben:

  • Diabetesärzt/-berater sollen keine negativ Ziele, resp. Verbote aufstellen.
  • Die Selbstkontrolle ist besser als Fremdkontrolle
  • Förderliche Umwelt (Apps, Messgeräte, Pumpen, etc) um die Diabetestherapie anzupassen.

Danach wurden die Typ 1er und Typ 2er wieder im gleichen Saal zusammengetan und Peter Diem hielt das Schlusswort zum Thema „Blutfett und Blutdruck: Bedeutung beim Diabetes“. Da mein Interesse nicht dort lag blieb auch nichts hängen…

Zum Schluss wurde noch der Medienpreis 2014 und der Prix Servier 2014 verliehen. Leider findet sich noch nichts im Internet darüber. Zufälligerweise wurden beide Preise an Menschen vergeben welche im 2014 etwas über Diabeteshunden geschrieben haben, resp. diese Ausbilden.

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2 Kommentare bei “Selbstkontrolle ist besser als Fremdkontrolle
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