1st Roche Diabetes Care Blogger Meet-Up

Einleitend muss ich hier erwähnen, dass ich bereits am Sonntag Mittag nach Stockholm gereist bin. Mit dem Gedanken, ich könne ja am Nachmittag noch Stockholm anschauen. So viel habe ich dann aber doch nicht davon gesehen bevor es zu einem ersten gemeinsamen Abendessen mit Blogger aus ganz Europa ging. So einen Abend lässt man dann sowieso in der Hotelbar ausklingen.

Roche Diabetes Care Scientific Media Symposium

Am Montagmorgen startete um 10:30 Uhr das Roche Diabetes Care Scientific Media Symposium. Das ganze fand auf Englisch statt. Die gefallenen Fachbegriffe welche da hin und wieder gefallen sind verstand ich im Textzusammenhang gut genug als wenn das Wort alleine dagestanden hätte.

So wurde über das Heute und Morgen – die Einstellung des Gesundheitssystem zu chronischen Krankheiten wie Diabetes: Herausforderungen, Trends und Chancen gesprochen. Hier hat Prof. Nick Guldemond uns interessante Statistiken gezeigt, welche zum Beispiel das Verhältnis von über 65 jährigen zu unter 65 jährigen Menschen in der EU zeigt. So war es 2007 mit 1:4 und wird für 2050 mit 1:2 prognosziert.

Auch spannend war der Ansatz der zusammengeführten/integrierten Versorgung. So wird heute die Bevölkerung in das Gesundheitssystem eingebunden. Was natürlich bereits eine erste Anspielung auf das Roche Accu-Chek Connect-System war:

Auch ist bekannt, dass Technik für ein gesünderes Leben hilft:

Gesundheitsstatus über Zeit

Prof. Dr. Stephan Jacob sprach als Zweiter. Sein Thema war die Mobile Verbindung zur optimierten Diabetestherapie und dem ersten Jahr mit dem Accu-Chek Connect-System. So stellte er als erstes ein schon etwas längeres Phänomen noch einmal klar: Der gleiche HbA1c heisst nicht automatisch, dass Patienten gleich eingestellt sind. Denn viele hohe und viele tiefe Werte ergeben einen guten Schnitt. Doch das ist genauso ungesund wie viel zu viele hohe Werte. Da hilft eine digitale Aufzeichnung, z.B. mit dem Accu-Chek Connect-System, und deren Auswertung mit dem Diabetesarzt und eine Anpassung der Diabetestherpaie um einen konstanteren Blutzuckerverlauf zu erhalten.

Ob Pumpentherapie und ein normales Leben bereits realität sind und was für Kindern mit Diabetes und deren Eltern bei der neusten Errungenschaft, dem Accu-Chek Insight-System drin ist referierte Prof. Peter Adolfsson. Er zeigte uns vergleiche von Pumpen und die Schritte um den Austausch von Reservoir und Schlauch vorzunehmen. Klar am wenigsten Schritte brauchte die Accu-Chek Insightpumpe weil bei ihr das Reservoir und der Schlauch fix gekoppelt sind.
Eine Vereinfachung der Handhabung der Insulinpumpe bringen sicherlich auch die vorgefüllten Insulinreservoire mit sich. Was ich eher als Spielerei anschaue sind die (angeblich) auf der Insightpumpe vorhanden Videos um tägliche Schritte zur Benützung der Insulinpumpe aufzuzeigen.

Vor der Pause erzählte uns Lars Kalfhaus noch etwas darüber ob digitale Gesundheitslösungen (eHealth) der Herausforderung Diabetes förderlich sind? Spannend war da die Aussage, dass 60% der von Hand eingetragenen Werte in Diabetestagebüchern falsch sind.
Wer hingegen sein Tagebuch digital führen lässt, zum Beispiel mit dem Auslesen des Blutzuckermessgerätes oder/und der Insulinpumpe, spart 90% der Zeit gegenüber von einem mit Hand geführten Diabetestagebuch ein. Obwohl ich das für eine heikle Aussage halte. Denn wenn im digital geführten Tagebuch die Angaben zu Sport, Mahlzeiten, Gesundheitszustand, etc. fehlen ist es weniger Wert als wenn in einem von Hand geführten Diabetestagbuch diese Angaben aufgeführt sind.

Nach der kurzen Pause gab es noch eine Frage&Antwort-Runde und ein paar abschliessende Worte von Luc Vierstraete. Der doch mit etwas Stolz erwähnte, dass an der stattgefundenen Pressekonferenz Journalisten, resp. Blogger aus neun verschiedenen Europäischen Ländern anwesend waren.

 

1st ROCHE DIABETES CARE Blogger Meet-Up

Nach der Mittagspause durften wir Blogger weitere Sachen u.a. aus dem Hause Roche erfahren. Doch der Einstieg dazu war etwas ungeschickt gewählt. Schliess mussten man uns Diabetesexperten nicht zuerst erklären was Diabetes ist. Das hätte man in der startenden Präsentation über nicht in jeder Minute an den Diabetes denken – Zukunft oder bereits Realität? von Matthias Schweitzer weglassen können. So meinte er, dass der Diabetes von der Bezeichnung Krankheit wegkommen soll. Im Sinn von Diabetes als positives anschauen.

Als oberster medizinischer Chef ist es ihm natürlich ein Anliegen, dass die Accu-Chek Insightpumpe nicht alleine gebraucht wird. Das Accu-Chek Insight ist ein System, bestehend aus der Insulinpumpe mit deren Zubehör, dem Blutzuckermessgerät, der Ausleseplattform, etc.:

Auch stellte er in Aussicht, dass ein Roche-eigenes CGM auf den Markt kommen wird. Mit einem SEMI-Closed-Loop-System. Ich habe da verstanden, dass es wie bei der neuen Medtronic 640G eine Hypoabschaltung gibt und bei nur leicht ansteigenden Blutzuckerwerten die Basalrate automatisch leicht erhöht wird um den Blutzucker wieder in den vordefinierten Normalbereich zu bringen.

Wenn der Chefdesigner spricht und ganz wenig hinter die Kulissen blicken lässt erfährt man bei Trends, Innovationen und Technologien – Wie bringen wir das in das personalisierte Diabetesmanagement? ein paar Sachen. So ein Design von zum Beispiel einer Insulinpumpe ist nicht ganz ohne, denn es muss mit anderen Geräten zusammenarbeiten können, es soll simpel und vor allem auch Sicher sein. Roche arbeitet deswegen nicht für die Nutzer sondern mit den Nutzern eines jeweiligen Gerät. Anscheinend aber nicht mit Blogger ;)

Als wohl einer der von mir mit grösster Spannung erwartete Präsentation war die GoCarb – die nächste Generation Kohlenhydratzählen. An der Uni Bern wird daran fleissig gearbeitet und noch dieses Jahr findet eine klinische Studie statt. Es ist wahnsinnig was die Technik heute kann. Denn mit der App macht man zwei Fotos von seinem Teller, kontrolliert, ergänzt allenfalls und ein paar Sekunden später hat man die Kohlenhydrate vom Essen auf dem Teller. Im besten Fall.
Denn wie sich später in der Live-Demonstration gezeigt hat, ist die ganze Sache doch noch nicht ganz so weit. Ein paar Jahre und einen weiteren Beitrag im zweistelligen Millionenbereich um das ganze vorwärts zutreiben würde da helfen :)

Zur Zeit läuft die App nur auf Android. Yeah! :D Die App ist aber nur da um zwei Fotos zu machen, diese an den Server zu übermitteln und erst dort läuft dann das eigentliche Prozedere der Berechnung ab. So wird der Teller zuerst segmentiert in Fleisch, Grünzeug und Kohlenhydrate und kontrolliert und von Hand korrigiert. Irgendwie wird dann die Fläche erkannt und dank den zwei gemachten Fotos in ein 3D-Model umgerechnet was zur Berechnung des Volumen benötigt wird. Danach werden die Daten vom Server an das Smartphone gesendet und dort wird die Kohlenhydratangabe ausgegen. Simpel :-P

Anscheinend doch nicht. Denn sonst wäre die App nicht nach 5 Jahren in Entwicklung noch nicht fertig. Da muss so viel beachtet werden, Vergleichsfotos erstellt werden, Mengenberechnungen gelernt werden, etc und wenn du am Schluss keine Internetanbindung hast kannst du dir nicht einmal das Essen berechnen lassen. Ich habe auf der Facebook-Fanseite ein kleines Videos – mehr schlecht als recht – wie das ganze in einfach aussieht.
Zur Zeit ist es aber schon so, dass die Fehlerquote bei GoCarb geringer ist als beim Menschen. Sprich 80% der GoCarb-Abweichung war kleiner als +/- 20g Kohlenhydrat. Wobei zu erwähnen ist, dass +/- 10g Kohlenhydrat für den Menschen keine gravierenden Auswirkungen haben.

Bereits jetzt ist aber klar, dass komplexe Gerichte schier unmöglich sind zu berechnen. Denn auch gemischte Gerichte wie Lasagne lassen sich nicht Kohlenhydratmässig errechnen. Es kann dann höchsten das Gesamtgewicht der Lasagne errechnet werden aber daraus keine Kohlenhydratangabe gemacht werden. Warten wir ab was die Zeit und die weitere Entwicklung an der App bringt und hoffen das diese Zukunftsmusik bald realität ist.

 

Hinweis in eigener Sache:

 Roche hat zu den beiden Events im Rahmen des EASD – European Association for the Study of Diabetes in Stockholm eingeladen. Sprich mir wurden Reise und 2 Nächte im Hotel plus einige Mahlzeiten bezahlt. Das hält mich aber nicht davon ab meine Meinung im Beitrag offen zu sagen und hier noch folgendes anzubringen: Das Pressegespräch am Morgen war ganz gut. Pressegesprächmässig mit offener Fragerunde zum Schluss. Am Nachmittag hätte ich gerne etwas mehr erwartet was uns Blogger irgendwie mit einbezogen hätte und halt die Vorstellungsrunde nicht erst ganz zum Schluss hin.

2 Kommentare bei “1st Roche Diabetes Care Blogger Meet-Up
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