Diabetes-Burnout – Teil 2

Nach Teil 1 möchte ich hier im zweiten Teil fortfahren auf meinem Weg zurück zu guten Blutzuckerwerten mit einem guten, nicht erlogenen HbA1c aufschreiben.

 

Ausgangslage

Anfangs Februar musste ich ein erstes Mal in die Ernährungsberatung. Dabei kamen hauptsächlich zwei Punkte heraus:

  1. Einerseits sollte ich nach jedem Feierabend versuchen zu Hause mindestens 30 Minuten locker auf dem Hometrainer zu strampeln. Ist irgendwie gar nicht so einfach, wenn man um 06:00 Uhr im Büro ist und frühestens 12 Stunden später wieder zu Hause aufschlägt.
    Zur Zeit bin ich froh, wenn ich es Abends nur schon zwei Mal in der Woche auf den Hometrainer schaffe.
  2. Ich bekam die Aufgabe ein Ernährungstagebuch zu führen. Nach zwei Fehlkäufen von Smartphone-Apps habe ich ein kleines Notizbüchlein genommen um von Hand Eintragungen machen zu können. Darin stehen nun die Blutzuckerwerte, Insulineinheiten, Trinken und Essen in Milliliter resp. in Gramm und ab und zu auch in Stückzahlen 😉
    Ich habe das ziemlich fleissig befüllt.

 

Aktuelles Geschehen

Vergangene Woche hatte ich den zweiten Termin bei der Ernährungsberatung:

  • Das Besprechen von meinen Essgewohnheiten anhand meiner Aufzeichnungen haben wir übersprungen. Dafür darf ich weiterhin aufschreiben. Ohne zu wissen, ob mein Aufgeschriebenes hilft oder nicht 🙁
  • Zudem wurde mir vorgerechnet, dass ich 3500kcal pro Tag aufnehmen soll und das mit meiner Vorgabe von einem Ziel von -15kg auf den Rippen. Irgendwie war mir das schon Mal suspekt.
    Jetzt habe ich das mal auf verschiedenen Plattformen durchgerechnet mit meinem Wunschgewicht. Unter anderem mit der Excel-Tabelle von David Winkler und komme auf einen Grundbedarf von ca. 2000 kcal plus ca. 800kcal für die Alltagsbewegungen. Abzüglich den Abnehm-kcal von 700kcal sehe ich das ganze schon viel realistischer.
  • Aufgrund dieser 3500kcal an Tagesbedarf wurde mir aber noch weiter vorgerechnet. Mein Tagesbedarf an Kohlenhydraten soll bei 350g liegen. Arrhg! Das geht meiner Meinung nach auch nur, wenn das Insulin intravenös verabreicht wird. Hier habe ich erst recht unverständlich reagiert.
    Für diese Menge zu erreichen müsste ich meine 50g Kohlenhydraten (KH) zum Frühstück auf rund 120g KH aufblasen. Wenn ich das mit der jetzigen Menge Cornflakes so über den Daumen gepeilt rechne wird mir davon schon schlecht… und ich würde das dann definitiv unter Frühstücksfressen einkategorisieren.
    Rechne ich hingegen nach der gleichen Formel (Tagesbedarf in kcal multipliziert mit 40% Energieprozent  geteilt durch 4 ergibt Gramm KH) mit einem Tagesbedarf von 2100kcal komme ich nur noch auf 210g KH pro Tag, resp. ca. 70g KH pro Mahlzeit. Meiner Meinung nach nähern wir uns jetzt langsam der Realität.
  • Aufgrund dieser 350g KH wurde mir eine Tages-(fr)essplan gemäss der 40 Jahre alten Teuscher-Tabelle erstellt. Als würde vor 40 Jahren und heute noch das selbe Insulin mit der gleichen Wirkkurve verwendet werden… Argh! Irgendwie soll ich mich noch nicht gezielt an diese Tabelle halten aber damit ich sehe wohin ich mich Esse soll ich schon mal mit dieser meine Kohlenhydratmenge genau errechnen.

Je länger ich über die beiden Termine bei der Ernährungsberatung nachdenke desto weniger sehe ich einen effektiven Nutzen daraus. Als würde ich nicht schon genug rechnen für den Diabetes kommt jetzt noch mehr dazu. Nichts gegen Rechnen, aber eine 30 Jahre alte, rothaarige, Single-Mathematikerin könnte das besser für mich 🙂

Immerhin hatte ich gestern beim Diabetologen dann noch ein kleines positives Erlebnis. Mein HbA1c ist nämlich seit gut einem Jahr überaus konstant. Zwar etwas zu hoch. Aber konstant.

 

 

Nahe Zukunft

Irgendwie bin ich froh, dass ich erst anfangs April wieder in die Ernährungsberatung muss und sogar erst Mitte Mai wieder beim Diabetologen vorsprechen muss. Zeit um auf andere Gedanken zu kommen – hoffentlich.

Ob ich mich ernsthaft mit der Teuscher-Tabelle intensiver rumschlage sehe ich noch nicht. Vor den drey scheenschte Dääg (=Basler Fasnacht) bringt alles nicht mehr viel. Und zur Zeit denke ich eher über eine radikalere Massnahme zum Gewicht verlieren nach. Methode klaeui: Frühstücken und dann nur noch viel Leitungswasser. Funktioniert. Wird wahrscheinlich so gesund sein, wie 350g KH pro Tag…

 

Mir geht es gut!

Nur zum Deutsch und deutlich klarzustellen: Mir persönlich geht es gut!
Mein Diabetes ist das Sorgenkind und der bekommt zur Zeit eigentlich nur die minimal nötige Behandlung von mir.

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