Medtronic Guardian Connect

Seit gut einem Monat ist das neuste kontinuierliche Glukosemesssytem (CGM) von Medtronic in der Schweiz erhältlich. Ich durfte den Guardian Connect für einige Wochen testen und habe meine Eindrücke hier zusammengefasst.

Übersicht

 

Beschrieb

Der Guardian Connect Transmitter (im Bild oben im Kreis) sieht fast identisch aus wie der bisherige Guardian Transmitter (links im Bild oben). Gleich gross, gleiche Ladestation, gleiche Transmitter und die gleiche Stechhilfe.

Der grosse Unterschied liegt in der Übertragung zum Endgerät. Der Guardian Connect kommuniziert ausschliesslich via Bluetooth zum Smartphone – Stand März 2017 sogar nur mit dem iPhone. Da das Smartphone in der heutigen Zeit fast nicht mehr wegzudenken ist und man es sowieso oft in der Hand hat oder es auf dem Arbeitsplatz vor sich liegen hat ist das ablesen darauf um einiges bequemer. Im Gegensatz dazu kann das Ablesen auf der Insulinpumpe für einige auch unangenehm sein oder muss zuerst jedesmal mühsam aus der Hosentasche oder unter irgendwelchen anderen Kleidungsstücken hervorgenommen werden.

Nach dem Stechen benötigt der Guardian Connect bis zu zwei Stunden um den Glukoseverlauf mit einer ersten blutigen Messung zu starten. Die erste Kalibrierung muss sechs Stunden später und die weiteren alle zwölf Stunden erfolgen. Da hat sich nichts geändert gegenüber seinem Vorgänger. Solange ich die Sensoren gleich gestochen habe und auch simultan kalibriert habe hatte ich jeweils auch identische Werte und entsprechend auch die Warnungen. Die Tragedauer ist offiziell auf sechs Tagen begrenzt und bei mir zeigten sich keine frühzeitigen Sensor-Abbrüche.

In der Minimed Connect App können zusätzliche Eingaben gemacht werden. So können Notizen, Insulinabgaben, Nahrungsaufnahme, Aktivitäten und nicht zum kalibrieren verwendete Blutzuckerwerte eingegeben werden. Hier ist zu beachten, dass mit Stand März 2017 die einmal eingegeben Werte nachträglich nicht in der App bearbeiten oder löschen kann. Die Minimed Connect App synchronisiert zur Carelink-Plattform und von dort aus kann man die Blutzuckerverläufe im Detail anschauen, ausdrucken oder seinem Diabetologen mailen.

Medtronic bietet online auch kostenlos sechs Schulungsmodule für ihr CGM an. So kann im eigenen Tempo gelernt werden was ein CGM ist, was die Faktoren für ein erfolgreiches Verwenden sind, wie die Warnmeldungen eingerichtet werden, Anlegen des Sensors, Auswerten der Daten, etc. Ich habe die sechs Module noch auf Englisch gemacht und hatte dafür zwei Mal 30 Minuten. Medtronic verweist sogar darauf, dass man die Schulungsmodule machen soll bevor man seine Diabetestherapie auf den Guardian Connect umstellt. Auch als langjähriger Typ1ner und bereits seit 2012 mit einem CGM unterwegs habe ich noch einige Punkte neu gelernt, resp. sind mir wieder ins Bewusstsein gerufen worden. Lohnt sich also – und kostet ja auch nur etwas Zeit 😉

 

Vor- und Nachteile und meine Wünsche

Ich habe die wichtigsten Vor- und Nachteile aus meiner Sicht zusammengefasst:

Vorteile

  • Der Guardian Connect kommuniziert ohne Insulinpumpe direkt auf das Smartphone.
  • Identische Sensoren, gleiche Ladestationen und auch die selben Stechhilfen für den Guardian und den Guardian Connect.
  • Zum Auswerten werden die Daten mit der Carelink-Plattform synchronisiert und können dort im Detail angeschaut werden.
  • Es können SMS-Alarme und Zugriffe auf die Daten für z.B die Eltern via der Carelink-Plattform eingerichtet werden.

Nachteile

  • Bis jetzt geht der Guardian Connect nur mit einem iPhone.
  • Der Guardian Connect kann nicht mit der Insulinpumpe 640G kommunizieren.
  • Nicht veränderbare manuelle Eingaben in der App
  • Die Warntöne sind immer die selben. Egal ob tief, hoch, Kalibrierungshinweis, etc.

Wünsche

  • Das Widget sollte möglichst schnell die mmol/l oder mg/dl aus der Grundeinstellung übernehmen und nicht nur mg/dl anzeigen können.
  • Die Minimed Connect App sollte schnellstmöglich auch für Android auf den Markt kommen.
  • Nachträglich veränderbare manuelle Eingaben.
  • Wechselbare Warntöne
  • Einfacher einrichtbare SMS-Alarme ohne zusätzliches Carelink-Konto.
  • Toll wäre wenn der nächste „Guardian Connect“ zur Pumpe und auf das Smartphone seine Daten übermittelt.

 

Bilder

Ich habe einige Bildschirmfotos der App gemacht. Diese gehen vom Einrichten des Guardian Connect über verschiedene Alarmmeldungen und den zusätzlichen Eingabemöglichkeiten bis zum Widget.

Starten und Einstellen der Warnmeldungen/Alarme.

 

Der Sensorverlauf kann zwischen Hoch- und Quer-Ansicht und zwischen 3h, 6h, 12h und 24h gewechselt werden.

 

Die manuellen Eingaben kann man detailliert Anzeigen lassen und mit dem „+“-Button unten rechts erscheinen die fünf Eingabemöglichkeit (rechts im Bild).

 

Die Eingaben in die App können im Tagebuch aufgelistet angeschaut werden. Zusätzlich gibt es unter iOS ein Widget welches den aktuellen Blutzuckerwert anzeigt.

 

Links wie die Warnung erscheint und nach dem herunterziehen der Warnung (rechts) die Möglichkeit zur Wiederholung der Warnung nach einer bestimmten Zeit.

 

Links wie die Warnung erscheint und nach dem herunterziehen der Warnung (rechts) die Möglichkeit zur Wiederholung der Warnung nach einer bestimmten Zeit.

 

Für wen?

Wer z.B. die Insulinpumpe 640G mit dem CGM hat für den lohnt sich der Umstieg nicht. In meinen Augen ist die Hypoabschaltung wertvoller als die Blutzuckerverläufe auf dem Smartphone zu haben. Dafür sehe ich den Guardian Connect als grosse Bereichung bei Pen-Nutzer oder bei Insulinpumpen-Nutzer welche eine CGM-kommunikationsunfähige Insulinpumpe haben.

 

HINWEIS IN EIGENER SACHE:

Medtronic Schweiz hat mir den Guardian Connect für einige Wochen inkl. ein paar Sensoren kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Das hält mich aber nicht davon ab meine Meinung im Beitrag offen zu schreiben.

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