Wie die #mylife DailyDose mein Leben retteten

Links das Insulinreservoir aus der Medtronic MiniMed 640G und rechts die mylife DailyDose

Da packe ich für eine Motorradtour durch die Pyrenäen einmal mehr keine Ferienpumpe ein. Schliesslich habe ich während den Ferien noch nie eine Ersatzpumpe gebraucht und auch erst für meine Kanada-Ferien und meine Island-Ferien eine Ferienpumpe im Gepäck ungebraucht mitgeschleppt.

Aber als am Donnerstagmorgen mein Motorrad ausgangs einer Spitzkehre zuviel Rollsplit unter den Rädern hatte und mir davon rutschte hat meine Insulinpumpe als Knautschzone zwischen Strasse und Oberschenkel hingehalten. Resultat: ein blauer Fleck und eine laut piepsende Medtronic MiniMed 640G mit einem dunklen Display.

Nach dem Hotlinekontakt war mir klar, dass die Pumpe defekt war. Ich bekam auch die Hilfe um das nervtötende Piepsen abzuschalten und das Angebot sofort eine Ersatzpumpe per Kurier zu mir nach Hause loszuschicken. Das Angebot musste ich zu dem Zeitpunkt ablehnen denn ich hatte noch keine Ahnung wie es weitergehen sollte damit ich überhaupt wieder Zuhause ankam.

So habe ich von einem Moment auf den anderen die Insulinpumpe, die kontinuierliche Blutzuckermessung und alle auf der Insulinpumpe gespeicherten Daten verloren. Hallo Blindflug!

Sieht aus wie neu. Funktioniert aber gar nicht mehr.

Wie immer habe ich einige mylife DailyDose-Spritzen dabei. Zu meinem Glück. Angedacht war, dass ich damit die ersten Stunden über die Runde komme. Doch in mehreren Apotheken in Biarritz konnte mir weder am Donnerstag noch am Freitag vom Auffahrtswochenende mit Spritzen mit Insulineinheiten darauf geholfen werden. Einerseits durch Unwissen der Apothekerinnen und anderseits definitiv Verständigungsprobleme führten zu meinem Entscheid weiter mit den DailyDose zu arbeiten. Der Versuch mich mit Einwegspritzen mit Millimeterangaben zu behelfen habe ich abgebrochen weil diese mir zu ungenau waren.

So habe ich von Donnerstag bis Dienstag mit den mylife DailyDose-Spritzen über die Runden gebracht. Geht. Aber es braucht Kompromisse.

  • Kompromiss 1: Viel mehr Flüssigkeit aufnehmen und weniger Essen.
    Den mit weniger Essen braucht der Körper auch weniger Insulin. Nun wurde mir auch wieder einmal deutlich was für eine Menge Basalinsulin mein Körper als Grundbedarf braucht.
    Jeweils ein kräftiges Frühstück hat mir durch den Tag gereicht.
  • Kompromiss 2: Keine perfekte Werte nach Essen erwarten, resp erzwingen.
    So hatte ich auch noch am dritten Tag nach dem Frühstück Blutzuckerwerte von über 20mmol/l (ca. 360mg/dl) obwohl ich die Dosis jedesmal erhöhte. Ich habe aber jeweils geschaut, dass bis zum Abend die Werte wieder im grünen Bereich waren.
  • Kompromiss 3: Keine perfekten Werte in der Nacht erzwingen.
    Ich habe einfach geschaut, dass ich mit einem relativ tiefen Wert eingeschlafen bin. So hatte ich beim Aufwachen jeweils Werte zwischen 10mmol/l und 15mmol/l (ca. 180mg/dl und 270mg/dl). Was bei mir ganz normal ist mit Insulinpumpe und nach einem Abendessen.
  • Kompromiss 4: Eine mylife DailyDose-Spritze während zwei Tagen benutzen.
    Da nicht von vornerein absehbar war wie lange es dauern wird bis ich wieder zu Hause war habe ich die sechs eingepackten mylife DailyDose-Spritzen von Anfang an eingeteilt.

Verzweiflung, Rumheulen und Rumtoben ist in solchen Momenten gar nicht hilfreich!
Einen kühlen Kopf bewahren, auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreifen und das Beste aus der momentanen Situation machen sind der einzige richtige Weg.

Ich glaube, für meine nächsten Ferien im Ausland organisiere ich mir wieder eine Ferienpumpe. Das macht das Leben möglicherweise etwas einfacher.

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