EASD 2017 und #DiabetesMeetUp in Lissabon

Lissabon. Eine schöne Stadt. Definitiv noch einmal eine Reise wert um die Stadt mehr zu entdecken. Denn rundum die Einladung von Roche an den EASD (European Association for the Study of Diabetes) stand nicht das Sightseeing im Vordergrund.

 

Roche Medienevent

Am Montagvormittag veranstaltete Roche einen Medienevent an einem schönen Ort. Vor allem die Aussicht von der Terrasse war grandios; direkte Sicht auf San Francisco und Rio de Janeiro, resp. deren Sehenswürdigkeiten 🙂

Drinnen wurde unter anderem über den nächsten Schritt im Diabetesmanagement und auch über das Eversense-CGM gesprochen. Roche ist daran eine Komplettlösung zu bieten. Sie sprechen hier auch von einem „open diabetes management ecosystem“. Wobei das „open“ sich meiner Meinung nach nicht alles offen für Fremdsysteme verstehen lässt. Eher offen im Sinn von, dass Daten aus vielen unterschiedlichen Bereichen eingegeben werden können. Wie im Bild unten zu entnehmen ist, soll die Medikamentation, der Blutzucker, die Bewegung, die Ernährung und das Wohlbefinden  eingegeben werden können. Gleichzeitig soll die Möglichkeit gegeben sein, dass der Arzt, das Spital oder auch Familienmitglieder zugriff auf die Daten erhalten.

Zum Schluss des Medienevent wurde das Eversense-CGM vorgestellt. Dabei sprach auch ein Patient welcher das System seit Juni 2017 implantiert hat. Mir persönlich fehlten da die richtigen Schlüsselworte, was das Eversense-CGM gegenüber seinem vorigen CGM-System um länger besser macht.

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Roche #DiabetesMeetUp

Am Nachmittag sind dann viele weiter europäische DiabetesbloggerInnen eingetroffen und wir kamen in den Genuss des #DiabetesMeetUp. Dabei wurde das am Vormittag vorgestellte „open diabetes management ecosystem“ noch einmal gezeigt. Anstelle vom Eversense-CGM wurde uns der aktuelle Stand der GoCarb-App gezeigt.

Vor zwei Jahren am EASD in Stockholm wurde uns Blogger diese App zum ersten mal gezeigt. Damals mussten noch zwei Bilder zur Kohlenhydratberechnung des sich im Teller befindlichen Menu gemacht werden und definiert werden, was Eiweiss, Fett, Kohlenhydrate und Gemüse ist. Diese Angaben wurden dann im Server berechnet und in der App wieder ausgegeben. Nun wurde die App – laut Aussage von GoCarb – weiterentwickelt und es benötigt nur noch ein Bild. Die App erkennt was auf dem Teller ist und man muss nur noch aus Vorschlägen heraus das Nahrungsmittel definieren. GoCarb berechnet aber nicht mehr die Menge Kohlenhydrat anhand dem Essen auf dem Teller, sondern man muss der App mitteilen, ob die Menge klein, mittel oder gross ist. Ein Rückschritt in meinen Augen!

Ebenso wurde mysugr vorgestellt und wie die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern Roche in Zukunft aussehen könnte. Bei der anschliessenden Frage-Antwort-Runde mit Leuten von Roche, GoCarb und mysugr wurde dann auch mehrmals die Zusammenarbeit angesprochen um herausfinden zu können wohin Roche im Diabetesmarkt steuert. Klare Antworten waren wie immer schwierig zu bekommen.

Die Frage-Anfwort-Runde war meiner Meinung nach etwas zu lang. Es wurden zwar Fragen gestellt, aber in etwa immer von den selben. Einerseits liegt das daran, dass es für viele in einer Fremdsprache abgehalten wurde und man sich dann nicht unbedingt getraute zu Fragen und anderseits daran lag. Ich hätte mir eher gewünscht, dass Roche-seitig mehr auf unsere angebrachten Wünsche eingegangen, resp. diese etwas ausführlicher besprochen oder kommentiert worden wären.

Nach dem #DiabetesMeetUp durften wir Blogger noch auf einen Segeltörn und lernten dabei in einem kleinen Postenlauf das Lesen von Seekarten und Bojen, das Funken und die verschiedenen Bedeutungen der Signalisationsfähnchen, das Navigieren und das Knoten machen. Tolle Sache bei grandiosem Wetter mit bester Sicht auf Lissabon und der Sehenswürdigkeit entlang des Tejo.

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EASD 2017

Am Dienstag ging es für an den EASD. Nebst Studienpräsentationen, neue Erkenntnisse in der Medizin werden hier vor allem neue Apparate für das Diabetesmanagement vorgestellt. Das geht von Diabetes-Apps, Blutzuckermessgeräten, über CGM-System, Insulinpumpen bis hin zu Laborgeräten.

Wirklich innovativ Neues habe ich etwas vermisst. Erstaunt war ich darüber, dass während europäische und amerikanische Insulinpumpenhersteller immer wieder erklären, dass eine Smartphone-gesteuerte Insulinpumpe zu unsicher sei, der asiatische Hersteller Sooil eine App herausbringt um ihre bereits erhältliche Pumpe Dana R und die kommende Dana RS darüber anzusteuern. Mit dem Hintergedanken, dass das in Entwicklung befindliche hauseigene CGM auch auf die Pumpe und das Smartphone geht. Zukunftsmusik aus dem Osten!

Am #docday waren mehrheitlich Blogger versammelt – vereinzelt auch Zuhörer von Diabetesherstellern – und es wurden coole Projekte vorgestellt. So hat Anna ihre Kleider mit eingenähtem Insulinpumpenfach und ihr Buch über Menschen mit Diabetes angeteasert, es gab eine Einblick in die amerikanische Diabetesblogger-Szene, Amin hat seine Entwicklung den Medangel One präsentiert, ein Bluetooth-gesteuerter Temperatursensor welcher der Medangel-App meldet wenn das Insulin zu kalt oder zu warm hat und es wurde das Buch Bright Spots & Landmines? vorgestellt. Dieses ist frei erhältlich und enthält hunderte effektive Tipps, Fragen und Strategien um besser mit dem Diabetes zu leben.

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Fazit

Ich bin wohl mit zu hohen Erwartungen in den Medienevent und das anschliessende #DiabetesMeetUp eingestiegen. Denn in meinen Augen wurde nichts Neues, resp. nicht bereits vorgängig kommuniziertes präsentiert. Leider Schade.
Die App-Vorstellungen GoCarb und mysugr waren spannend und aufschlussreich. Das gemeinsame Segeln und Abendessen war definitiv ein Highlight wobei das Segeln fast zu kurz war 😉
Am EASD selber war der #docday sehr spannend. Cool was für Projekte es gibt und was alles am laufen ist und was die Zukunft noch so bringen wird. Leider war die Zeit fast zu kurz – auch weil wir Schweizer vor Ende abreisen mussten – und eine kleine Vorstellungsrunde, resp. auch Zeit für mehr Gespräche in kleinen Kreisen wären toll für ein nächstes Mal.
Lissabon werde ich aber ganz sicherlich noch einmal besuchen 🙂

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HINWEIS IN EIGENER SACHE:

Roche hat mich nach Lissabon eingeladen, Flug, Hotel und die Essen übernommen. Das hält mich aber nicht davon ab meine Meinung im Beitrag offen zu schreiben.

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