Eversense XL in der Schweiz

Bild via presseportal.ch

Vergangene Woche hat Roche als offizielle Europavertretung von Senseonics, dem Hersteller vom gänzlich unter der Haut befindlichen Sensor, die ersten Infoveranstaltungen für Diabetespatienten in der Schweiz abgehalten.
Ich habe mir seit der ersten Präsentation gesagt, erst wenn der Eversense-Sensor für eine längere Zeit unter der Haut liegt bin ich so richtig daran interessiert. Jetzt ist es so weit. Die bisherigen 90 Tage sind abgelöst und neu misst der Sensor für 180 Tage.

Die Angaben von der Veranstaltung habe ich mal eingeordnet in Vorteile und Nachteile, inkl. die genannten Kosten aufgelistet:

Vorteile

  • Es soll wenige bis keine Hautreaktionen geben, da das atmungsaktiven Heftpflaster täglich gewechselt werden muss.
  • Es gibt keinen Sensorverlust durch Schwitzen und anschliessendem Abfallen oder durch Hängenbleiben an Kleider, Gegenständen oder Gebäudeteilen, etc.
  • Ausfälle oder Abweichungen (z.B. durch Liegen auf dem Sensor) halten sich kleiner als bei herkömmlichem CGM-Systemen, da es ein implantierter Sensor ist und nicht nur ein von Aussen in die Haut gestochener Sensorfaden.
  • Der Transmitter am Arm vibriert auch ohne Smartphoneverbindung mit unterschiedlichen Rhytmen zum Erkennen von Hyper- und Hypoglykämien.
  • Die Kommunikation zwischen dem Transmitter und dem Smartphone kommt über eine Bluetooth-Low-Energy-Verbindung zu Stande.

Nachteile

  • Der Sensor ist zur Zeit erst für Personen ab 18 Jahren zugelassen.
  • Eine mögliche Allergiegefahr besteht durch die um den Sensor liegende Schicht aus einer kortisonähnlicher Flüssigkeit zur Abstossungsverminderung und den metallenen Sensor an für sich.
  • Mit dem implantierte Sensor darf man nicht in eine MRI-Untersuchung. Röntgen und Computertomografie sind hingegen möglich.
  • Über die App ist nur eine max. 36h anhaltende temporäre Alarmeinstellung möglich. Zur Zeit können keine Tageszeit- oder Wochentagabhängige Alarmeinstellungen gemacht werden.
  • Die Eversense Now-App welche die gemessenen Daten via Patientenapp für Verwandte oder Partner/Partnerinzur Verfügung stellt hat genau die gleichen Alarme wie die Patienten-App. Es besteht zur Zeit keine Möglichkeit darauf individuelle Alarme einzustellen.

Kosten

  • Die jährlichen Kosten belaufen sich rein für die Miete von 2 Sensoren à 180 Tage und einen Transmitter, inkl. Heftpflaster auf rund Fr. 4‘100.-. Dazu kommen das ambulante Einsetzen und Entfernen vom Sensor zweimal im Jahr im Spital.
  • Inklusive der Implantation ist der Eversense XL-Sensor noch ca. 12% günstiger als ein herkömmliches CGM-System.
  • Bei einem Transmitterausfall innerhalb der ersten 150 Tage wird dieser kostenlos ersetzt.
  • Bei einem Transmitterausfall zwischen dem 151 bis 179 Tag gibt es eine Reduktion von 15% auf den Preis vom nächsten Transmitter.



Vorgehen CGM-Wechsel

Auch wenn du bereits ein CGM-System von deiner Krankenkasse vergütet bekommst, ist es zwingend nötig einen neuen Antrag zu stellen. Denn die bisherigen CGM-Sensoren laufen über die MiGeL bei den Krankenkassen. Der Eversense-Sensor ist aber auf der Tarmed-Liste weil er ambulant eingesetzt werden muss. Nur der Transmitter läuft wieder über die MiGeL.
Wichtig dabei: Es muss vom Diabetesarzt Explizit der Eversense XL beantragt werden.

Voraussetzungen

Ob als neues CGM-System oder bei einem Wechsel, es gelten die bisherigen Voraussetzungen:

Kostenübernahmebedingungen:

  • Patient mit Insulinbehandlung
  • HbA1C-Wert gleich oder höher als 8 % und/oder
  • bei schwerer Hypoglykämie, Grad II oder III oder
  • bei schweren Formen von Brittle Diabetes mit bereits erfolgter Notfallkonsultation und/oder Hospitalisation


Zur Zeit ist mein HbA1c unter 8%. Das heisst ich werde momentan keinen Sensorwechsel beantragen (können). Könntest du dir Vorstellen, den Eversense XL-Sensor unter der Haut zu tragen?

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