Die neue Generation Dexcom G6

Am 24. September 2018 führt Dexcom den neuen Sensor G6 in der Schweiz ein. Ich durfte ihn für euch bereits testen und schildere euch untenstehend meine ersten Erfahrungen und Eindrücke der neuen Generation des Dexcom-Sensor.

Setzen des Sensors

Beim Auspacken des Sensors ist mir auf Anhieb aufgefallen, dass enorm viel Abfall entsteht. Jeder Sensor kommt mit einer eigenen Stechhilfe daher, d.h. alle 10 Tage wandert eine neue Stechhilfe in den Abfall. Dexcom begründet dies damit, dass sie die Senosoren fast vollautomatisch und ohne grosse manuelle Hilfe produzieren können, was sich besonders in den Kosten niederschlägt. Der Dexcom Sensor G6 ist preislich sehr attraktiv, er liegt 20% unter dem Wert von der MiGeL-Liste zuzüglich den Einsparungen bei den herkömmlichen Blutzuckermessstreifen.

Der Sensor lässt sich sehr einfach applizieren: Klebeschutzfolie abziehen, Sicherung auf der Stechhilfe wegbrechen, auf die Haut setzten, abdrücken und die Stechhilfe entfernen. Ich war sehr erstaunt, dass ich kaum etwas gespürt habe beim Setzen. Ein grosser Vorteil in meinen Augen. Danach wird noch der Transmitter in den Sensor eingeklickt und man ist zumindest mit dem Teil des Setzens bereits fertig.

Nun folgt die Aktivierung des Sensors. Dazu öffnet man die App Dexcom G6 und folgt den Anweisungen auf dem Smartphone. Man scannt den QR-Code auf der Klebeschutzfolie vom Sensor (diese also noch nicht zu früh wegschmeissen!) und wartet dann zwei Stunden, bis der erste Wert angezeigt wird. Beim Testen funktionierte bei mir der erste Sensor einwandfrei. Er ist bereits ab Werk kalibriert und darf für Therapiezwecke verwendet werden. Beim zweiten Mal gab mir das Smartphone eine Fehlermeldung aus, ich müsse den Sensor entfernen. Ich konnte dann den Sensor aktivieren, aber musste alle 12 Stunden kalibrieren (analog dem Vorgängermodell G5). Somit konnte ich den Sensor weiter nutzen. An Genauigkeit hat er deswegen aber nicht verloren, von daher war das für mich absolut in Ordnung so.

 

Tragen des Sensors

Grössenvergleich zwischen dem eckigen Dexcom G6 und dem runden Medtronic Enlite.

Ich trage den Sensor jeweils am Arm, weil es bei mir am Bauch nicht mehr gut funktioniert hat. Aus diesem Grund habe ich den Dexcom G6 ebenfalls am Arm platziert. Zugelassen ist er offiziell aber lediglich für ein Platzieren am Bauch!

Der Sensor misst sehr genau, was mich sehr begeistert. Oftmals, wenn ich die Blutzuckermessung am Finger gemacht habe, zeigte es mir fast die gleichen Werte an, wie der Sensor. Dies ist möglich, weil Dexcom einen Algorithmus entwickelt hat, der die Verzögerung gegenüber dem Gewebezucker einrechnet und die Verzögerung auf ca. 4 Minuten reduziert. Dadurch kann schneller und besser reagiert werden, wenn die Werte zu hoch oder zu tief sind. Ein grosses Plus dieses Sensors.

Auch als ich mal Nachts auf dem Sensor gelegen habe, hat er noch immer die korrekten Werte angezeigt. Mein regulärer Enlite-Sensor von Medtronic, welchen ich gleich oberhalb vom Dexcom G6 platziert hatte, gab in dieser Zeit verfälschte tiefe Werte an.

Die Kleber haben sich bei meiner Haut nach ca. 5-6 Tagen an den Rändern gelöst, weswegen ich den ersten Sensor nach 8 Tagen ausversehen beim T-Shirt anziehen ausgerissen habe. Beim zweiten Sensor habe ich mit zusätzlichen Kleber etwas gebastelt und konnte somit die maximale Tragezeit von 10 Tagen austesten. Wie gut der Kleber auf der Haut hält, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die Laufzeit des Sensors ist wie oben erwähnt bei maximal 10 Tagen, was bei dieser Art von CGM-Systemen aktuell am Längsten ist.

 

Dexcom G6 App

Ich persönlich bin nicht so zufrieden mit der Dexcom G6 App. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass ich mehr von ihr erwartet habe. Was die App auf jeden Fall gut kann, ist Blutzuckerwerte anzeigen und bei zu hohen oder zu tiefen Blutzuckerwerten einen Alarm abgeben. Die Alarme gehen auch dann ab, wenn ich das Smartphone auf lautlos stelle. Nicht immer habe ich die Alarme gehört, liegt aber auch daran, dass ich mir den Alarmton nicht gewohnt bin.

Zusätzliche Eingaben wie Kohlenhydrate, Sport oder Blutzuckerwerte kann man machen, jedoch fehlt mir hier einiges, um dies intuitiv und detailliert machen zu können. Sport kann man z.B. nicht weiter beschreiben, ob das Laufen, Radfahren oder Schwimmen war. Bei Kohlenhydraten kann ich nicht sagen, ob es Kartoffeln, Süssigkeiten oder sonstiges war. Meiner Meinung nacht hilft dies jedoch, um langfristig die Therapie zu verbessern. Die ersten paar Tage habe ich diese Eingaben gemacht, jedoch wurde es mir zu zeitinensiv und ich habe es dann bleiben lassen und weiterhin meine mySugar-App verwendet.

Was aber hier noch zu erwähnen ist, ist die Share-App von Dexcom Follow (Bild oben rechts). Meine Freundin konnte mit dieser App nachschauen, was meine Blutzuckerwerte machen und wie der Verlauf in den letzten paar Stunden war. Nicht angezeigt wird, wann ich Insulin abgegeben habe. Somit lässt sich leider auf der Share-App nicht beurteilen, ob gegen zu hohe Werte etwas unternommen wurde. Ich finde es aber trotzdem eine gute Sache, aber das muss jeder für sich entscheiden, ob er oder sie dies seinem Typ-F zugänglich macht.

 

Vor- und Nachteile

Hier noch einmal in zusammengefasster Auflistung die Vor- und Nachteile aus meiner Sicht:

Vorteile

  • keine Blutzuckermessungen am Finger nötig, da der G6-Sensor von Haus aus kalibriert ist und zu Therapiezwecken verwendet werden kann
  • enorme Genauigkeit durch verkürzte Verzögerungszeit
  • kaum bis keine Schmerzen beim Applizieren (bei mir zumindest)
  • Laufzeit des Sensors bis zu 10 Tage
  • Mit der Share-App können Werte an Partner übermittelt werden
  • Preislich unter dem Wert der MiGeL-Liste

Nachteile

  • Kleber hält nicht lange
  • Sensor ist eckig, man bleibt eher mal hängen
  • App Dexcom G6 ist nur für Aufzeichnungszwecke und Alarme gut, weitere Eingaben sind nicht benutzerfreundlich
  • Stechhilfe und Verpackung verursachen sehr viel Abfall
  • keine Werteübermittlung an Pumpen

 

Für wen ist der Dexcom G6 geeignet?

Egal ob für Nutzer der Pumpe- oder Pen-Therapie oder einem Dexcom G5, der neue Dexcom G6 ist aufgrund seiner Kalibrierung ab Werk sehr interessant, da auf Blutzuckermessungen am Finger verzichtet werden kann und er eine sehr hohe Genauigkeit aufweist.
Für Umsteiger vom Dexcom G5 auf den G6 bietet Dexcom spezielle Angebote, welche es meiner Meinung nach zu Nutzen gilt.

 

HINWEIS IN EIGENER SACHE:

Dexcom Schweiz hat mir ein Empfangsgerät und einen Transmitter für einige Wochen inkl. zwei Sensoren kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Das hält mich aber nicht davon ab, meine Meinung im Beitrag offen zu schreiben.

Ein Kommentar bei “Die neue Generation Dexcom G6
  1. Pingback: klaeuiblog

Schreib etwas

Your email address will not be published. Required fields are marked with a grey bar.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>