Beantragen vom Lernfahrausweis mit Diabetes

Vor etwas mehr als zwei Jahren habe ich bereits einmal über Autofahren mit Diabetes berichtet. Im damaligen Artikel ging es über die am 01. Juli 2016 in der Schweiz in Kraft getretene, umfassend überarbeitete Revision der Verkehrszulassungsverordnung (VZV). Im heutigen Artikel geht es um meine Erfahrung mit dieser neuen Verkehrszulassungsverordnung.

Damit ich mein neues Auto voll ausnutzen kann, muss ich noch die Anhängerprüfung machen. Danach darf ich auch Fahrzeugkombinationen über 3.5 Tonnen fahren. Obwohl ich den Führerausweis seit einer gefühlten Ewigkeit habe, gelten für den Anhängerfahrausweis dieselben Zulassungskriterien wie für den Autofahrausweis. Das heisst nun mit etwas mehr Aufwand, weil der Diabetes da ist.

Ich habe mich vorgängig mit meinem Diabetesarzt abgesprochen, um sicher zu sein, dass wir das Anmeldeprozedere so einfach wie möglich hinbekommen. Auch gibt es bei der schweizerischen Diabetesgesellschaft alle wichtigen Informationen und eine Patientenbröschure zum sich einlesen.

Mein Ablauf war wie folgt:

  1. Mit dem Diabetesarzt das Vorgehen absprechen, ob z.B. die Fahrerlaubniserteilung überhaupt möglich ist.
  2. Auf der Webseite der Kantonalen Motorfahrzeugkontrolle das Formular „Gesuch um Erteilung eines Lernfahr- bzw. Führerausweises“ herunterladen, ausfüllen und gemäss Anleitung der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle einsenden.
  3. Mit dem von der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle zugestelltem Formular „Spezialärztliches Zeugnis (Medko 2)“ einen Termin beim Diabetesarzt für diese spezielle Untersuchung abmachen.
    • Diese Untersuchung musste ich vor Ort beim Diabetesarzt bezahlen. Kostenpunkt bei mir: Fr. 140.-
  4. An der spezialärztlichen Untersuchung wurde ich dann auf folgendes untersucht:
    • Pulsmessung beim Ruhen sowie eine Pulsmessung während und nach einer einminütigen körperlichen Aktivität
    • verkürzter Sehtest mit Überprüfung von Sichtfeld und Sehstärke auf 5m Distanz
    • ein Hörtest – nachsprechen von zugeflüsterten Zahlen aus 5m Distanz
    • einen Fragebogen mit Gesundheitsfragen und Fragen zum Privatleben
    • eine Urinprobe
    • Abschliessendes Gespräch mit dem Diabetesarzt in dem er auch das spezialärztliches Zeugnis (Medko 2) ausfüllt.
  5. Abwarten bis der Lernfahrausweis von der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle mit Hinweis auf die Auflagen zugestellt wird.
  6. Das weitere Prozedere ist dasselbe wie für Nicht-Diabetiker.

Beim abschliessenden Gespräch mit meinem Diabetesarzt hat dieser mir in das spezialärztliche Zeugnis (Medko „2) als Auflage hineingeschrieben: „Vor Fahrtbeginn muss der Blutzucker über 5mmol/l sein“. Heisst für mich, ich muss entweder eine klassische Blutzuckermessung machen (dafür müsste ich das Blutzuckermessgerät mit der richtigen Uhrzeit mal einstellen :p ) oder ich darf den Wert vom kontinuierlichen Blutzuckersystem nehmen. Wie das Ganze bei einer Polizeikontrolle oder gar nach einem Unfall abläuft, um den Blutzuckerwert nachzuweisen, weiss ich (noch) nicht.

Auch wenn ich mir dies anfangs etwas einfacher gewünscht hätte, war es jetzt doch ziemlich unkompliziert, einen Lernfahrausweis trotz meines Diabetes zu erhalten. Die zusätzlichen Kosten für spezialärztliche Untersuchung haben mich etwas genervt, aber verstehen tu ich das schon. Ich freue mich jetzt, bald mit Anhänger rumfahren zu können.

Was für Erfahrungen hast du gemacht um deinen Lernfahrausweis (mit Diabetes) zu erlangen?

Schreib etwas

Your email address will not be published. Required fields are marked with a grey bar.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>